Los Antiguos – Ruta 41 – Lago Pueyrredón, Argentinien

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25.11. – 30.11.2014

 

In Los Antiguos bleiben wir noch einen Tag und nutzen die Gelegenheit mal wieder Internet zu haben. Bei der Polizei fragen wir noch, ob die Ruta 41 befahrbar ist, da laut Touristeninfo dort noch Schnee liegt. Das sei alles kein Problem. Mit Allrad können wir ohne Bedenken fahren. Wir freuen uns, denn wir wollen nicht einfach die etwas langweilige asphaltierte Ruta 40 fahren und hoffen auf ein paar schöne Plätzchen in der Natur. Bevor es los geht tanken wir noch und füllen jeweils noch einen der 20 Liter Ersatzkanister auf dem Dach. Auch die Lebensmittelvorräte werden aufgefüllt.

Vor der chilenischen Grenze biegen wir nach Süden ab. Nach ca. 20 min. Fahrt werden wir von einem wild winkenden Bauarbeiter gestoppt. Quer über die Strasse verläuft ist ein ca. 2 Meter tiefer Graben. „Das dauert noch mindestens 2-3 Stunden, bis ihr weiterfahren könnt!“ ruft er uns zu. Umdrehen wollen wir nicht. Warten wir, für die Bauarbeiter gut sichtbar… Zum Zeitvertreib spielen wir mitten auf der Strasse Boule. An dieser Stelle: Vielen Dank an Kathrin und Bijan, für das super Geschenk!

Nach nur 1 Stunde ist der Graben dann doch wieder zu und wir können unter freudigem Winken der Bauarbeiter weiterfahren. Überqueren kleine Bäche und kommen immer wieder an schönen Sandsteinformationen vorbei. In einer Kurve am Strassenrand nutzen wir eine Ausbuchtung um unser Lager für die Nacht aufzuschlagen. Es kommen fast keine Autos vorbei. Die Insassen eines kleinen Fiat fahren winkend und hupend an uns vorbei. Solch überschwenglichen Reaktionen kommen ziemlich oft vor, wenn Einheimische uns mit den Autos sehen. Als die Sonne weg ist und das Feuer aus, wird es kalt und wir gehen schlafen. Irgendwann hören wir Schritte am Auto und denken dass einer von den beiden Anderen aufgestanden ist. Plötzlich klatscht jemand in die Hände und ruft: „¡Hola! permiso“. Christoph hält als Erster den Kopf aus dem Fenstern und steigt aus. Da stehen die 2 Männer und die Frau aus dem kleinen Fiat, ohne Auto und in kurzen Hosen vor ihm. Es ist unglaublich kalt und vor allem 0.00 Uhr. Sie hätten ungefähr 10 km entfernt einen Unfall gehabt und seinen nun 2 Stunden zu uns gelaufen. Am Anfang sind wir unsicher, ob das ein Trick ist. Aber wirklich Niemand läuft bei diesen Temperaturen und um diese Uhrzeit in kurzen Hosen rum. Also kriecht Frizzi aus ihrem Dachzelt in unser Bett. Andreas und Christoph klappen das Dachzelt beim Santana zusammen und packen die 3 ein. Nach ca. 45 Minuten kommen die Beiden dann endlich kopfschüttelnd und zum Glück wohlbehalten zurück. Folgendes war passiert: Die 3 Superagenten hatten einen platten Reifen. Um diesen zu wechseln sind sie links an den Strassenrand gefahren. Leider ein wenig zu weit, denn das Auto ist ein wenig den Abhang runtergerutscht und da sind sie nun nicht mehr rausgekommen. Warum sie links an den Abhang und nicht rechts an die Bergwand gefahren sind, bleibt ungeklärt. Naja, Christoph hat sie mit der Seilwinde problemlos hochziehen können. Der Reifen wurde noch gewechselt und dann sind sie wieder hupend an uns vorbeigefahren.

Am nächsten Tag fahren wir vielleicht 10 km, dann kommen wir an so einen schönen Platz direkt am Fluss, dass wir direkt wieder halten und unser Lager aufschlagen. Lager, bedeutet auch immer Wäsche waschen. Zur Belohnung gibt es Pizza und Andreas backt sogar noch einen Birnenkuchen auf dem Feuer. Am nächsten Tag überredet uns Christoph dazu einen der umliegenden Berge zu erklimmen. Also laufen wir los, zuerst im T-Shirt, später mit Mütze und Schal. Als es dann auch noch anfängt zu schneien entscheiden wir doch wieder umzukehren. Bei leichtem Schneeregen halten wir noch ein wenig durch, doch Frizzi und Julia entscheiden sich bald für den warmen Schlafsack. Andreas und Christoph machen einfach noch ein grösseres Feuer und sitzen bis um 23 Uhr draussen und schnitzen. Sind halt richtige Männer!

 

Der Rest der Ruta 41 ist unglaublich abwechslungsreich und wir machen immer wieder Halt um auszusteigen und zu fotografieren. Unser nächstes Lager ist dann am Lago Pueyrredón, bevor wir wieder zurück auf die einsame Ruta 40 kommen.

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