Potosí – Sucre, Bolivien

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Ins Zentrum von Potosí, einer auf 4065 m Höhe gelegenen Minenstadt, führen steile enge Strassen. Zeitweise müssen wir die Untersetzung nutzen, um an den Bergen anfahren zu können. Als damals Silbervorkommen im Cerro Rico gefunden wurden, wurden die Einheimischen von den Spaniern unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Arbeit in den Stollen gezwungen. Heute wird hauptsächlich Zink und Zinn abgebaut und die Arbeit in den engen Gängen mit giftigen Gasen ist nicht einfacher. Vielleicht sind die Menschen in dieser Stadt daher so distanziert, ja sogar abweisend. Wir bleiben auch nur eine Nacht und hoffen auf ein freundlicheres Sucre.

 

 

Schon seit ein paar Tagen merken wir, dass sich Johnny etwas schwammig fährt. Andreas liegt mal wieder unter dem Auto und sieht ein kaputtes Gummi an einem Dämpfer. Richard Stolz (bei ihm haben wir Johnny gekauft) steht uns per Email zur Seite, aber uns bleibt letztendlich nichts anderes übrig als eine Werkstatt aufzusuchen. Gustavo von RE-Ks Auto Clinic ist unsere Rettung. Dank dem App iOverlander, wissen wir dass es ihn gibt. Innerhalb von einem Tag ist alles erledigt. Entspannt können wir nun Sucre geniessen. AM 1. Mai gibt es hier einen kleinen Umzug in traditionellen Kleidern. Es ist das erste Mal, dass wir Fotos von den „behuteten“ Frauen machen können. Denn viele wollen dies nicht, die meisten verlangen aber Geld…

 

 

Sonntags gibt es in Tarabucco, etwas östlich von Sucre einen grosser Markt. Noch 10 km weiter soll es ein kleines Textilmuseum und besonders schöne Webkunst geben. Früh machen wir uns auf und sind enttäuscht. Der Markt ist wie vieles sehr auf Touristen ausgelegt und auch hier herrscht die unfreundliche Art wie in Potosí. Schnell fahren wir weiter nach Candelaria. Oder versuchen es, denn um dorthin zu kommen muss man durch das Zentrum von Tarabucco und da ist ja jetzt Markt. Wir fragen unzählige Menschen und gelangen auf die vermeintlich richtige Strasse. Erst nach mehreren Kilometern gelangen wir an zwei junge Frauen die wirklich Ahnung haben und uns sagen, dass wir hier zwar nach Candelaria kommen, aber nur zu Fuss! Ernsthaft?! Wir müssen wieder nach Tarabucco uns einen Weg durch das Gedränge suchen und gelangen, als wir schon nicht mehr daran glauben nach Candelaria. Und wo sind nun die ganzen Geschäfte mit Stoffen? Hier gibt es ein kleines Museum, welches von Isabel einer, idigenen Einheimischen betreut wird. Ihre Patentante Santusa, bereitet gerade für eine kleine französische Reigruppe Mittagessen zu und Florian organisiert, dass wir uns anschliessen können. Santusa richtet uns einen separaten Tisch. „Die Franzosen seine so kompliziert!“ sagt sie. Wir müssen lachen…das sei uns auch schon aufgefallen!

 

 

Isabel lädt uns zu sich nach Hause ein, wo sie uns das traditionelle Weben zeigt. Dabei erzählt sie von sich, dass sie keine Eltern mehr hat und von ihren Grosseltern aufgezogen wurde. Heute ca. Anfang zwanzig wünscht sie sich mal aus diesem Dorf herauszukommen. Am liebsten würden wir sie gerade einpacken und mitnehmen!

Wir verabschieden uns und müssen versprechen sie wieder zu besuchen, falls wir nochmal nach Bolivien kommen.

 

 

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